27.09.2022 | 03:05

Eiswürfel-Knappheit in den spanischen Bars

30 August, 2022

Mitten im Hochsommer hat sich in diesem Jahr in Spanien eine Eiswürfel-Knappheit eingestellt. Grund dafür ist zum einen die Tatsache, dass sich die spanische Gastronomie aufgrund der gestiegenen Energiekosten vor dem Sommer geringere Vorräte an Eiswürfeln zugelegt hatte. Dazu kamen mehrere Hitzewellen und die damit einhergehende größere Nachfrage. Hotels und Restaurants, die eigene Maschinen zur Herstellung von Eiswürfeln besitzen, waren von der Knappheit weniger betroffen.

Das erklärte der Generaldirektor von Procubitos Europe, Fernando Plazas. Es handelt sich um den größten Eiswürfelhersteller Spaniens, der 22% der einheimischen Nachfrage abdeckt. Seiner Meinung nach stand das schlimmste noch bevor, denn er erwartete, dass der August im Hinblick auf die Knappheit an Eiswürfeln „kriminell“ würde.

Diese Situation entstand durch das Zusammentreffen verschiedener widriger Umstände bereits ab April und Mai dieses Jahres, zeigte sich der Generaldirektor überzeugt. Schon in diesen Monaten beginnt die Industrie mit der Einlagerung von Eiswürfeln, um sich auf die Nachfrage in den Sommermonaten, vor allem Juli und August, vorzubereiten.

Für jede Palette, die in die als Lager dienenden Kühlkammern gebracht wird, bezahlt man 3 Euro; weitere 3 Euro, wenn die Palette wieder herausgeholt wird; und jeder Lagerungstag wird mit 50 Cent berechnet.

Erschwerend kam hinzu, dass im Frühjahr die Zahl der Jahrmärkte, Straßenfeste und generell die Aktivitäten im Hotel- und Gaststättengewerbe in die Höhe schnellten. Schon im Mai stellte sich eine Hitzewelle ein, die zu einer weiteren Spitze der Nachfrage führte, wodurch die Lagerkapazität weiter eingeschränkt wurde, so Plazas weiter.

"Leider sieht es so aus, als hätten wir den ganzen August über eine Hitzewelle. Ich glaube, dass sich die Lage erst in der ersten Septemberwoche beruhigen wird”, betonte der Leiter von Procubitos.