Die Markthalle La Boqueria will zum Weltkulturerbe ernannt werden
11 August, 2026Die Boqueria möchte ihre Alltagsgeschichte zum Weltkulturerbe machen. Die Markthalle in Barcelona hat gemeinsam mit dem Nishiki-Markt in Kyoto und dem San Lorenzo-Markt in Florenz eine Bewerbung bei der UNESCO eingereicht, die nicht nur das 1840 eröffnete Gebäude, sondern auch das Handwerk der Marktverkäufer, die Kultur der frischen Produkte und die direkte Beziehung zum Kunden schützen soll.
Die Bewerbung, die von Jordi Mas geleitet und vom Stadtrat von Barcelona sowie dem spanischen Botschafter bei der UNESCO unterstützt wird, rückt ein immaterielles Kulturerbe in den Fokus, das durch die kommerzielle Vereinheitlichung bedroht ist. Die Bewerbung stützt sich auf Wissen, das über den Markt weitergegeben wird: wie man saisonale Produkte erkennt, Obst auswählt, Fisch kauft oder das passende Stück Fleisch findet.
Die internationale Bekanntheit des Marktes bringt jedoch die Herausforderung mit sich, den Touristenandrang mit dem lokalen Leben in Einklang zu bringen. Der Anstieg der Besucherzahlen hat zunehmend die lokalen Kunden verdrängt und ein Warenangebot begünstigt, das stärker auf den sofortigen Verzehr ausgerichtet ist.
Um ihren Charakter zu bewahren, müssen die Marktstände mindestens 40% ihrer Fläche für frische Produkte reservieren. Darüber hinaus soll der neue Zugang über die Plaza de la Gardunya die Besucherströme neu verteilen und die Überlastung des Boulevards La Rambla verringern. Die Entscheidung über die Kandidatur könnte zwischen 2028 und 2029 fallen.